Druckstöcke von Gerd Arntz
Zu den wertvollsten Exponaten des Historischen Zentrums zählen vier Druckstöcke des Künstlers Gerd Arntz.
Was macht die Druckstöcke so besonders?
Sie führen an den Kern der Arbeitsweise des Künstlers. Gerd Arntz war ein Künstler mit starker politischer Haltung. Als Ausdrucksmedium wählte er die Druckgrafik, da diese als Kommunikationsmittel massenhaft verbreitet werden konnte und dabei unterstützte, seine politische Botschaft zu transportieren. Charakteristisch für Gerd Arntz ist die Ästhetik in schwarz-weiß.
Die bei uns ausgestellten Druckplatten stammen aus den 1920er/1930er Jahren. Weltweit sind nur wenige der Druckstöcke des Künstlers bekannt. Die vier Druckplatten tragen gesellschaftskritische Motive, wie sie charakteristisch für diese Werkphase waren. Einige Jahre gestaltete Gerd Arntz Motive, die sich dezidiert gegen das faschistische Regime des Nationalsozialismus wandten. Ab der Mitte der 1930er Jahre signierte Gerd Arntz seine besonders kritischen Blätter mit dem Pseudonym „A. Dubois“, um ihre Urheberschaft zu verschleiern. 1936 wurden seine Arbeiten aus der Ausstellung „Olympiade unter der Diktatur“ in Amsterdam entfernt. Um sich im niederländischen Exil in Den Haag vor der Verfolgung durch die Nationalsozialistischen zu schützen, zerstörte Gerd Arntz der Überlieferung zufolge zumindest einen Teil seiner verräterischen Druckstöcke. Andere wurden versteckt. Wo, wie oder bei wem lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass nur noch einige wenige Druckstöcke existieren, da der Künstler seine eigenen Druckplatzten zu Selbstschutz „schliff“, also unkenntlich machte.
Im Zuge seiner Wiederentdeckung in den 1960er/70er Jahren zog Arntz, bzw. vermutlich seine Freundin und rechte Hand Tineke Bonarius weitere Blätter als Neuauflagen von den erhaltenen Druckstöcken der 1920er und 1930er Jahre ab. In diesen Jahren begann Gerd Arntz auch, die Druckstöcke selbst zu bemalen und zu einem künstlerischen Unikat zu machen.
Seit 1990 stellt die NRW Stiftung die Druckstöcke „Bürgerkrieg“ (1928), „Oben und Unten“ (1931), sowie „Arbeitslose“ (1931) der Stadt Remscheid, dem Geburtsort des Künstlers Gerd Arntz, als Dauerleihgabe zur Verfügung. An den Öffnungszeiten des Stadtarchivs sind diese seltenen Exponate und weitere Blätter des Künstlers im Medienraum kostenfrei zu besichtigen.
Das Historische Zentrum Stadt Remscheid schätzt sich glücklich, der Öffentlichkeit gleich vier dieser seltenen Originale präsentieren zu dürfen.
