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Zukunftsagenda 2040

2025 war ein besonderes Jahr für das Historische Zentrum. Mit der international rezipierten Sonderausstellung „Wolfgang Tillmans. Ausstellung in Remscheid“, die 19.000 Besucherinnen und Besucher auf den Hasten zog, feierten wir den Abschluss der Sanierung von Haus Cleff und seine Wiedereröffnung nach einer Schließzeit von knapp 13 Jahren.

Mit einer Sonderausstellung auf allen drei Etagen in Haus Cleff und der Dauerausstellung im Deutschen Werkzeug­museum wurde zudem erstmals in der Geschichte der Gedanke des Historischen Zentrums als Einheit seiner drei Abteilungen „Stadtarchiv, Deutsches Werkzeug­museum und Haus Cleff“ wahr, wie ihn die Verwaltungsreform von 1995 angelegt hatte.Die drei Abteilungen des Historischen Zentrums sichern das kulturelle Gedächtnis der Stadt für die Zukunft entsprechend der Pflichtaufgaben kulturbewahrender kommunaler Institutionen. Parallel dazu werden die Objekte und Überlieferungen erforscht und im Rahmen von Ausstellungen und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die beiden Museen und das Archiv bieten hier ganz gezielt Formate zur kulturellen Teilhabe an.Wir freuen uns über jeden kleinen Schritt, den wir auf dem Weg zu einem auch überregional wahrgenommenen regionalen Identifikationsort der Stadt Remscheid gehen dürfen. Denn in unseren Sammlungen schlummert die Handels- und Wirtschaftsgeschichte der werkzeugproduzierenden Industrie der Remscheider Stadtteile seit dem 17. Jahrhundert. Auf diese Geschichte sind wir stolz. Für die museale Darstellung stellt sie ein Alleinstellungsmerkmal von überregionalem Interesse, denn nicht umsonst trägt Remscheid den inoffiziellen Beinamen „Seestadt auf dem Berge“.

Gebäude als Exponate
Die historischen Gebäude an der Cleffstr. 2-6 beherbergen nicht nur Objekte und Archivalien, sondern sind selbst als authentische Großobjekte Exponate der Remscheider Handels- und Wirtschaftsgeschichte. Als Wohnhaus der Verleger- und Kaufmannsfamilie Gebr. Hilger errichtet, erfuhr Haus Cleff im 19. Jahrhundert mit dem Kontorhaus und den beiden Produktionshallen eine räumliche Erweiterung.
Heute steht fast das gesamte bauliche Ensemble der Cleffstr. 2-8 unter Denkmalschutz und erzählt die Geschichte der musealen Nachnutzung ehemaliger Funktionshallen. Die Geschichte der Industrialisierung ist so mit den Typus Industriemuseum in der vielfältigen Museumslandschaft Nordrhein-Westfalens lebendig. Ein industrieller Standort, der von einem prächtigen Wohnhaus ausgehend aufgebaut wurde, ist jedoch nicht nur für die bergische Geschichte einzigartig.

Zukunftsagenda
Der vom Rat der Stadt Remscheid beschlossene Gesamtentwicklungsplan für das Historische Zentrum sieht in den kommenden Jahren einen komplexen, mehrstufigen baulichen Sanierungsprozess aller Gebäudeeinheiten sowie der inhaltlichen Neuausrichtung und Modernisierung der beiden Museen vor. Verwaltung, politische Gremien, externe Fördergeber und Museumsteam werden hier gemeinsam mit vereinten Kräften tragfähige Strukturen und gangbare Lösungen suchen. Das gilt vor allem hinsichtlich des Personaltableaus.
Der Rat der Stadt hat beschlossen, dass die Ausstellung bergischer Wohnkultur mit ihren Exponaten regionaler Möbel, wie ihn das frühere Heimatmuseum zeigte, nicht mehr wiederhergestellt wird. Stattdessen ist es an der Zeit für die Entwicklung und Umsetzung eines modernen, zeitgemäßen Museumskonzept für Haus Cleff in der Schnittstelle eines Regional- und Technikmuseums. Die authentischen historischen Gebäude stellen hierfür eine würdige Hülle, deren Einzigartigkeit ebenfalls in die museale Erzählung eingeht. Neue Angebote zur (inter-)kulturellen Teilhabe, Partizipation und die zielgerichtete Wissensvermittlung eines außerschulischen Lernortes sollen in der Zukunft mit spannenden Bildungs- und Vermittlungsformaten, Outreach, Community Building den Stadtteil und die Stadt bereichern und neue Besuchenden-Gruppen mit den historisch gewachsenen Interessentengruppen zusammenführen. Für diese enorme Entwicklungsaufgabe benötigt es jedoch ebenso begeistertes wie dauerhaftes und fachlich qualifiziertes Personal.

Bauliche Sanierung
Mit der 2026 begonnenen Sanierung des Kontorhauses steht die nächste Phase der baulichen Ertüchtigung des Gesamtkonzeptes unmittelbar bevor. Im Hintergrund laufen zudem intensive Vorbereitungen für die Sanierung von Haus und Halle Berger, in die nach Abschluss das Museumsteam mit Büros und notwendigen Funktionsräumen einziehen darf. Zudem bestehen räumliche Bedarfe für eine museumspädagogische Werkstatt und einen klimatisierten Sonderausstellungsraum, welche die Angebote des HIZ komplettieren sollen. Im Sinne der Dritten Orte ist es angedacht, in Haus Berger einen kleineren Raum für Treffen und Aktivitäten aller Arten für Vereine, Jugendliche, junge Erwachsene und Initiativen aus der Stadtgesellschaft verfügbar zu machen.

Inhaltliche Erneuerung
Der Beschluss des Rats der Stadt Remscheid vom März 2024 sieht vor, dass den Entwicklungsarbeiten für die neue Dauerausstellung in Haus Cleff eine Sonderausstellung über den Künstler Gerd Arntz sowie eine Sonderausstellung zur Migrationsgeschichte vorgeschaltet wird. Bei positiver Förderzusage und erfolgreichem Abschluss des Umbaus des Kontorgebäudes, sind wir zuversichtlich, 2027 unserem Publikum beide Ausstellungen anbieten werden zu können. Inhaltich werden diese beide Ausstellungen neue Themengebiete für das Historische Zentrum aufschlagen und sollen deshalb auch in Teilen in die spätere Dauerausstellung von Haus Cleff übernommen werden. Für die neue Dauerausstellung in Haus Cleff sowie die notwendigen zusätzlichen Modernisierungsmaßnahmen rund um die beiden Häuser gibt der Museumsentwicklungsplan von 2025 die ersten notwendigen Schritte vor.
Den finanziellen Möglichkeiten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten geschuldet werden sich die entsprechenden Maßnahmen sicher nur sukzessive und peu á peu umsetzen lassen. Jedoch macht nicht zuletzt der Neuauftritt der Website des HIZ sichtbar und nachvollziehbar, wohin die Reise gehen soll.
Wir freuen uns über Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter und das Neue, dem wir auf den nun einzuschlagenden Pfaden begegnen werden. Begleiten Sie uns bei dieser Entdeckungsreise und beteiligen Sie sich an der Gestaltung des regionalen Gedächtnisses der Stadt Remscheid über unsere partizipativen Angebote. Bleiben wir gespannt!